Bei der Tiefe eines Aquariums geht es nicht nur darum, wie viele Zentimeter es von der Frontscheibe bis zur Rückwand sind. Es geht darum, wie das Aquarium wahrgenommen wird.
Ein relativ flaches Aquarium kann größer wirken, wenn Wurzeln, Pflanzen, Steine, Sand und freie Flächen dem Auge helfen, Entfernungen einzuschätzen. Ein tiefes Aquarium kann hingegen flach wirken, wenn sich alles auf einer Linie befindet, dieselbe Größe hat und gleichermaßen im Blick steht.
Beim Aquascaping lässt sich mit relativ einfachen Tricks Tiefe erzeugen. Wichtig ist, dass mehrere kleine Elemente in dieselbe Richtung weisen.
Denke in Ebenen, nicht in einer geraden Reihe
Der häufigste Fehler besteht darin, alles wie eine Wand anzuordnen: Wurzeln, Steine und Pflanzen in etwa gleichem Abstand zur Frontscheibe.
Versuchen Sie stattdessen, in drei Ebenen zu denken:
- Vordergrund
- mittlere Tiefe
- Hintergrund
Der Vordergrund muss nicht leer sein, sollte dem Aquarium jedoch einen Ausgangspunkt bieten. Im Mittelgrund verbinden oft Wurzeln, Steine und Hauptpflanzen die verschiedenen Bereiche miteinander. Der Hintergrund sollte nicht nur eine Wand aus Pflanzen sein, sondern den Eindruck vermitteln, weiter entfernt zu liegen.
Wenn sich etwas vor etwas anderem befindet, erkennt das Auge automatisch, dass ein Abstand besteht. Das ist eine der einfachsten Methoden, um einem Aquarium mehr Tiefe zu verleihen.
Verwende vorne dickere Wurzeln und hinten dünnere Wurzeln
Ein klassischer perspektivischer Trick besteht darin, die Details umso kleiner werden zu lassen, je weiter sie im Hintergrund liegen.
„Mit Wurzeln“ bedeutet oft:
- gröbere, schwerere Wurzelformen weiter vorne
- mittelgroße Formen in der Mitte
- dünnere Äste oder eine feinere Wurzelstruktur weiter hinten
Wenn alle Wurzeln gleich dick sind und auf einer Linie liegen, wirkt das Aquarium schnell flach. Liegt eine kräftigere Wurzel näher an der Frontscheibe und verlaufen dünnere Wurzeln nach hinten, beginnt das Auge, das Aquarienbild als Landschaft wahrzunehmen.
Das funktioniert besonders gut, wenn sich die Wurzeln in Farbe und Struktur ähneln, aber nicht identisch sind. Sie sollen den Eindruck vermitteln, dass sie zusammengehören, ohne dabei wie wiederholte Kopien auszusehen.
Das ist einer der Gründe, warum sich Tuskwood gut für diese Art von Arbeit eignet. Jede Wurzel ist einzigartig, und da die Wurzeln als WYSIWYG verkauft werden, können Sie genau auswählen, welche Formen welche Rollen im Layout übernehmen sollen. Eine Wurzel kann die kräftigere Form im Vordergrund sein, eine andere kann den Mittelbereich zusammenhalten, und eine eine schmalere oder stärker verzweigte Wurzel kann das Gefühl einer Fortsetzung weiter hinten erzeugen.
Wählen Sie Pflanzen nach ihrer optischen Größe aus
Das gleiche Prinzip gilt auch für Pflanzen.
Pflanzen mit größeren oder gröberen Blättern wirken oft näher. Pflanzen mit kleineren, feineren Blättern können weiter entfernt wirken. Daher lässt sich mehr Tiefe erzeugen, indem man größere Blattformen näher am Betrachter und feinere Blattstrukturen weiter im Hintergrund einsetzt.
Das ist keine feste Regel. Viele Vordergrundpflanzen haben kleine Blätter, und manchmal möchte man ganz vorne einen dichten Teppich haben. Aber das Prinzip ist wichtig: Wenn alle Pflanzen die gleiche Blattgröße und die gleiche Dichte haben, lässt sich der Abstand schwerer erkennen.
Betrachte es lieber so:
- eine gröbere Struktur an der Stelle, auf die der Blick zuerst fallen soll
- mittlere Struktur als Übergang
- feinere Struktur, bei der sich die Schafe weiter entfernt anfühlen sollen
Schon kleine Unterschiede können ausreichen. Eine kräftigere Pflanze vor einer dichteren Pflanzengruppe und zierlichere Stängelpflanzen dahinter können viel mehr Tiefe erzeugen, als wenn alles gleichmäßig über das gesamte Aquarium verteilt wäre.
Lass den Boden nach hinten steigen
Ein abfallender Boden ist einer der am häufigsten verwendeten Tricks beim Aquascaping.
Wenn Sand oder Erde vorne flach und hinten höher aufgeschüttet wird, entsteht im Aquarium mehr Tiefenwirkung. Der Hintergrund tritt besser hervor, die Pflanzen sind besser zu sehen und die Wurzeln können auf mehreren Ebenen statt auf einem flachen Boden platziert werden.
Das muss nicht gleich dramatisch sein. Schon eine leichte Anhebung nach hinten macht einen Unterschied.
Auch Wurzeln und Steine können dazu beitragen, das Gefälle zu stabilisieren. Eine Wurzel, die teilweise eingegraben ist oder an einem Stein anliegt, wirkt natürlicher als eine Wurzel, die einfach nur auf einem ebenen Untergrund liegt.
Überlappung erstellen
Tiefe entsteht, wenn sich Dinge teilweise überlappen.
Eine Wurzel vor einem Stein. Eine Pflanze, die hinter einem Ast emporwächst. Ein schmaler Ast, der hinter einer größeren Wurzel weiterverläuft. Durch solche Überlappungen erkennt das Auge, dass es mehrere Ebenen gibt.
Vermeiden Sie es, jede Wurzel von einer Seite zur anderen vollständig sichtbar zu machen. In der Natur sieht man selten alles auf einmal. Etwas verschwindet hinter etwas anderem. Etwas kommt wieder zum Vorschein. Das macht das Aquarium lebendiger.
Bei Tuskwood muss nicht jede Wurzel ein Blickfang sein. Manche Wurzeln sind gerade deshalb perfekt, weil sie sich harmonisch einfügen, eine Schicht ausfüllen und dem Ganzen ein älteres und natürlicheres Aussehen verleihen.
Nutze Diagonalen und Sichtlinien
Gerade horizontale Linien verleihen einem Aquarium oft eine ruhige Atmosphäre, können es aber auch flach wirken lassen.
Diagonalen erzeugen Bewegung und Tiefe. Das kann eine Wurzel sein, die schräg nach hinten zeigt, ein sich verjüngender Sandweg, eine Steinreihe, die von der Vorderkante bis in den Hintergrund verläuft, oder Pflanzen, die in eine bestimmte Richtung hin höher werden.
Eine freie Sichtlinie ist ebenfalls wichtig. Wenn Sie einen schmaleren freien Bereich lassen, der bis in den Schrank hineinreicht, kann das Aquarium länger wirken, als es tatsächlich ist.
Es muss nicht unbedingt ein deutlicher "Weg" aus Sand sein. Manchmal reicht schon eine Lücke zwischen Wurzeln und Pflanzen, durch die der Blick nach innen wandern kann.
Lass Platz für Leere
Man könnte leicht glauben, dass mehr Material immer zu einer besseren Landschaft führt. Oft ist es genau umgekehrt.
Wenn das gesamte Aquarium mit Wurzeln, Steinen und Pflanzen gefüllt ist, gibt es für das Auge keine Atempause. Dann kann selbst ein gut gestaltetes Aquarium beengt wirken.
Leere Flächen schaffen Abstand. Offenes Wasser, eine helle Sandfläche oder eine ruhigere Pflanzenzone können dazu beitragen, dass die Wurzeln und Pflanzen in der Umgebung besser zur Geltung kommen.
Dies ist in kleineren Aquarien besonders wichtig. Dort kann schon ein einziges zu großes Stück Holz oder ein zu dichter Hintergrund dazu führen, dass die Tiefenwirkung verloren geht.
Wähle einen etwas ruhigeren Hintergrund
Alles, was einen starken Kontrast aufweist, zieht den Blick auf sich.
Wenn der Hintergrund denselben Kontrast, ebenso grobe Details und ebenso klare Formen aufweist wie der Vordergrund, kann er optisch hervorstechen. Dadurch geht die Tiefenwirkung verloren.
Ein praktischer Trick besteht darin, das Auffälligste etwas weiter vorne oder an einer Seite zu platzieren und den Hintergrund schöner, dichter oder ruhiger zu gestalten.
Das heißt nicht, dass der Hintergrund langweilig sein muss. Er sollte nur nicht gleichzeitig mit allem anderen konkurrieren.
Wähle die Wurzeln nach ihrer Funktion aus, nicht nur nach ihrer Größe
Wenn man Tiefe aufbaut, lautet die Frage nicht nur: "Passt die Wurzel hinein?".
Frage stattdessen:
- Soll die Wurzel kräftig und nah sein?
- Soll sie den Vordergrund und den Hintergrund miteinander verbinden?
- Soll sie weiter hinten eine schmalere Fortsetzung bilden?
- Soll sie eine diagonale Richtung erzeugen?
- Soll sie auffallen oder sich einfach einfügen und das Gesamtbild unterstreichen?
Hier kommt die Vielfalt der Tuskwood zum Tragen. Es gibt kräftige Wurzeln, schmale Wurzeln, verzweigte Wurzeln, einfachere Formen, niedrige Formen und ausdrucksstärkere Formen. Dadurch kann man Wurzeln für verschiedene Designaufgaben auswählen, anstatt zu versuchen, denselben Wurzeltyp für alles einzusetzen.
Mehr über das WYSIWYG-Konzept selbst erfährst du in dem Artikel Was bedeutet „WYSIWYG“, wenn man Aquariengrund kauft?.
Ein einfaches Modell für den Einstieg
Wenn du mehr Tiefe mit Wurzeln schaffen möchtest, kannst du dir das folgendermaßen vorstellen:
- Wählen Sie eine etwas kräftigere Form, die näher an der Windschutzscheibe oder auf einer Seite angebracht wird.
- Stelle eine mittelgroße Form dahinter oder schräg daneben, damit sie die Scapes zusammenhält.
- Verwende weiter hinten dünnere Äste oder eine feinere Wurzelstruktur.
- Lassen Sie den Boden etwas nach hinten ansteigen.
- Verwenden Sie im Vordergrund eine gröbere Pflanzenstruktur und im Hintergrund eine feinere Struktur.
- Sorgen Sie für eine freie Sichtlinie, damit der Blick bis ins Aquarium hineinreichen kann.
Dies eignet sich für viele verschiedene Aquarienarten: Naturaquarien, Waldaquarien, Aquarien mit zentraler Insel, diagonale Anordnung oder ein Layout, bei dem die Wurzeln lediglich dazu dienen, dem Gesamtbild mehr Reife zu verleihen.
Wenn du ein 60-cm-Aquarium einrichtest, kannst du auch die Anleitung lesen Wie groß sollte die Wurzel für ein 60-cm-Aquarium sein?.
Kurz gesagt
Die Tiefe in einem Aquarium entsteht durch Größenverhältnisse, Schichten und Ausrichtung.
Verwenden Sie dickere Wurzeln im Vordergrund, dünnere Details weiter hinten, Pflanzen mit deutlichen Unterschieden im visuellen Maßstab, einen Boden, der nach hinten ansteigt, Überlappungen zwischen den Materialien und eine freie Sichtlinie.
Das muss nicht kompliziert sein. Wichtig ist, dass die Wurzeln, die Pflanzen und die offenen Flächen zusammenwirken.
Mit Tuskwood fällt es leichter, dies bewusst zu tun, da man genau die Wurzeln auswählen kann, die zur Rolle passen: von einfachen Formen, die sich harmonisch einfügen, bis hin zu ausdrucksstärkeren Wurzeln, die die gesamte Bewegung im Scape bestimmen.
