Das ist eine der häufigsten Fragen, wenn man ein Aquarium einrichtet oder umgestaltet.
Und es ist leicht zu verstehen, warum. Man möchte, dass das Aquarium lebendig wirkt. Die Fische sind oft das Herzstück des Beckens, und ein Aquarium mit zu wenig Leben kann ein wenig leer wirken.
Gleichzeitig möchte man nicht in eine Situation geraten, in der es schwierig wird, das Wasser sauber zu halten, oder in der die Fische keinen Platz mehr haben, wenn sie wachsen.
Die beste Vorgehensweise ist daher ganz einfach: Fangen Sie mit vernünftigen Einstellungen an, beobachten Sie, wie sich das Aquarium entwickelt, und nehmen Sie bei Bedarf Anpassungen vor.
Es muss nicht vom ersten Tag an perfekt sein.
Es gibt keine genaue Zahl
Vielleicht hast du schon einmal von Regeln wie “ein Zentimeter Fisch pro Liter Wasser” gehört.
Das vermittelt zwar einen groben Eindruck davon, dass man das Aquarium nicht einfach beliebig vollfüllen sollte, aber es ist keine besonders gute Regel, die man blind befolgen sollte.
Ein kleiner Schwarmfisch und ein kräftiger Wels belasten das Aquarium nicht in gleicher Weise. Ein ruhiger Fisch und ein sehr aktiver Fisch benötigen zudem nicht denselben Platz. Und die endgültige Größe des Fisches ist wichtiger als die Größe, die er beim Kauf hat.
Anstatt also nach einer genauen Zahl zu streben, ist es besser, auf Ausgewogenheit zu achten.
Ein gutes Aquarium hat Spielraum
Ein ausgeglichenes Aquarium hat nur wenig Spielraum.
Das bedeutet, dass der Filter die Abfälle rechtzeitig abbauen kann, dass genügend Sauerstoff vorhanden ist, dass die Fische Platz zum Schwimmen haben und dass ein versäumter Wasserwechsel nicht sofort zu einer Katastrophe führt.
Das bedeutet nicht, dass das Aquarium spärlich bestückt oder langweilig sein muss. Es bedeutet lediglich, dass man es nicht bis zum Äußersten ausreizt.
Viele schöne Aquarien wirken gerade deshalb so lebendig, weil die Fische Platz haben, sich natürlich zu verhalten. Ein Schwarm kann zusammen schwimmen. Bodenfische können in aller Ruhe umherstreifen. Fische, die Schutz suchen, können sich zurückziehen.
Schau dir die Erwachsenengröße an
Der wichtigste Fehler, den man vermeiden sollte, ist, nur darauf zu achten, wie der Fisch im Laden aussieht.
Viele Fische werden jung und klein verkauft. Manche werden nicht besonders viel größer, andere hingegen können erheblich wachsen. Das gilt zum Beispiel für bestimmte Welse, Goldfische und Cichliden.
Bevor du eine neue Art kaufst, solltest du kurz Folgendes überprüfen:
- wie groß der Fisch im ausgewachsenen Zustand wird
- wenn sie im Schwarm schwimmen will
- wenn sie viel Schwimmfläche benötigt
- falls sie ihr Revier verteidigt
- ob er zu den Fischen passt, die du bereits hast
Es muss kein großes Forschungsprojekt sein. Aber diese Fragen helfen dir dabei, die häufigsten Fehlkäufe zu vermeiden.
Man muss sich herantasten
Das Aquaristik-Hobby ist praxisnah. Man lernt viel, wenn man zu Hause beobachtet, wie das Aquarium tatsächlich funktioniert.
Es ist völlig normal, den Fischbestand im Laufe der Zeit anzupassen. Manchmal stellt man fest, dass ein Schwarm gerne etwas größer sein könnte. Manchmal stellt man fest, dass ein Fisch schneller wächst als erwartet. Manchmal vertragen sich zwei Arten schlechter miteinander, als man gedacht hatte.
Das bedeutet nicht, dass man gescheitert ist.
Wenn ein Fisch zu groß wird oder das Aquarium zu voll erscheint, lässt sich das Problem oft gut lösen. Viele Aquarianer verschenken oder verkaufen ihre Fische über lokale Facebook-Gruppen, Aquaristikvereine, Foren oder Kontakte zu anderen, die ein größeres Aquarium besitzen.
Das Wichtigste ist, zu handeln, wenn man merkt, dass etwas nicht funktioniert – und nicht, dass man von Anfang an alles perfekt kalkuliert haben muss.
Füge nach und nach Fisch hinzu
Ein einfacher Weg zum Erfolg ist, nicht alles auf einmal zu kaufen.
Fangen Sie mit einer kleinen Gruppe von Fischen an. Lassen Sie das Aquarium eine Weile laufen. Beobachten Sie, wie sich das Wasser verhält, wie der Filter die Belastung bewältigt und wie sich die Fische im Aquarium verhalten.
Wenn alles stabil läuft, kannst du weitere hinzufügen.
Das macht das Hobby viel entspannter. Man muss sich nicht sofort über das endgültige Gesamtbild im Klaren sein. Das Aquarium entwickelt sich nach und nach.
Die Wasserwerte sorgen für Ihre Sicherheit
Der beste Weg, um festzustellen, ob das Aquarium für die Anzahl der Fische geeignet ist, besteht darin, die Wasserwerte zu überprüfen.
Ammoniak und Nitrit sollten bei Null liegen. Wenn dies der Fall ist und sich die Fische normal verhalten, bist du auf der sicheren Seite.
Der Nitratgehalt kann im Laufe der Zeit ansteigen und lässt sich durch Wasserwechsel, Pflanzen und eine angemessene Besatzdichte niedrig halten. Wenn Sie feststellen, dass der Nitratgehalt zwischen den Wasserwechseln schnell ansteigt, kann dies ein Anzeichen dafür sein, dass das Aquarium ziemlich stark belastet ist.
Du musst jedoch nicht ständig alles messen. Zu Beginn, nach dem Einsetzen neuer Fische oder wenn etwas nicht stimmt, sind Tests besonders hilfreich. Sobald sich das Aquarium eingependelt hat, lernt man oft, wie es sich normalerweise verhält.
Die Einrichtung trägt dazu bei, dass sich die Fische wohlfühlen
Wurzeln, Pflanzen und Steine haben keinen Einfluss darauf, wie viel Abfall die Fische produzieren, aber sie beeinflussen, wie sicher sich die Fische im Aquarium fühlen.
Ein offenes Aquarium ohne Versteckmöglichkeiten kann bei manchen Fischen Stress auslösen, auch wenn die Fischdichte eigentlich gering ist. Mit Wurzeln, Pflanzen und schattigen Plätzen haben die Fische mehr Möglichkeiten, sich zu bewegen und auszuruhen.
Bei Schwarmfischen kann ein dunklerer Hintergrund oder eine Umgebung mit Wurzeln dazu beitragen, dass sie besser zusammenbleiben. Für Bodenfische können Wurzeln und Pflanzen ruhigere Bereiche schaffen. Bei Revierfischen kann die Aquariengestaltung die Sichtlinien unterbrechen, sodass sie sich nicht ständig gegenseitig sehen.
Das macht das Aquarium zwar biologisch gesehen nicht größer, kann es aber zu einem viel lebenswerteren Ort machen.
Eine einfache Faustregel
Wenn du dir das Ganze einfach vorstellen möchtest, kannst du folgende Reihenfolge verwenden:
- Wählen Sie Fische aus, die im ausgewachsenen Zustand zur Größe des Aquariums passen.
- Fang mit weniger Fischen an, als du glaubst, dass das Aquarium verkraften kann.
- Fügen Sie nach und nach weitere Schritte hinzu.
- Beobachten Sie das Verhalten der Fische und die Wasserwerte.
- Passen Sie die Einstellungen an, falls etwas nicht funktioniert.
Das reicht für eine ganze Weile.
Kurz gesagt
Du musst zu Beginn nicht genau wissen, wie viel Fisch du halten kannst.
Versuchen Sie, Arten auszuwählen, die zur Größe des Aquariums passen, bauen Sie den Fischbestand in ruhigem Tempo auf und beobachten Sie, wie sich das Aquarium entwickelt. Sollte einmal etwas schiefgehen, lässt sich das oft korrigieren, insbesondere indem Sie Fische, die zu groß werden oder nicht passen, verschenken oder weiterverkaufen.
Das Ziel ist nicht, perfekt zu sein. Das Ziel ist ein Aquarium, das lebendig, stabil und sowohl für Sie als auch für die Fische angenehm wirkt.
Quellen und weiterführende Literatur
Die RSPCA bietet einen guten Überblick über Aquariengröße, Filterung, Wasserwechsel und darüber, warum Richtlinien zur Fischdichte lediglich als solche zu betrachten sind: Die Wahl eines Aquariums.
Die RSPCA schreibt außerdem darüber, was man beachten sollte, wenn mehrere Fische zusammen gehalten werden: Zierfische gemeinsam halten.
