Ein würfelförmiges Aquarium funktioniert nicht ganz so wie ein langes, rechteckiges Aquarium.
In einem langen Becken baut man oft eine Bewegung von links nach rechts auf. Man kann eine Seite offen lassen, eine Diagonale durch das gesamte Aquarium ziehen oder die Hauptform nach der Drittelregel platzieren.
In einem kubischen Aquarium sieht das anders aus. Da Breite, Tiefe und Höhe näher beieinander liegen, wirkt das Aquarium eher wie ein kleiner Raum als wie eine lange Bühne. Deshalb kommt eine zentrale Landschaftsgestaltung in einem kubischen Aquarium oft viel stärker zur Geltung.
Eine zentrale Wurzel, eine zentrale Insel oder eine kompakte Ansammlung aus Wurzeln, Steinen und Pflanzen kann genau das Richtige sein, besonders wenn rundherum noch Platz ist.
Warum die Mitte in einem Kubak-Aquarium oft gut funktioniert

In vielen Aquascaping-Anleitungen wird oft gesagt, man solle nicht alles in der Mitte platzieren. Dieser Ratschlag ist bei rechteckigen Aquarien oft sinnvoll, sollte aber nicht blind befolgt werden.
In einem würfelförmigen Aquarium kann die Mitte der natürliche Standort sein.
Durch eine zentrale Landschaftsstruktur lässt sich das Aquarium aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten. Fische und Garnelen können sich um die Struktur herum bewegen. Die Pflanzen können wie eine Insel angelegt werden. Die Wurzel kann in die Höhe wachsen, ohne dass das gesamte Layout auf eine Seite kippt.
Wichtig ist, dass die Mitte bewusst gewählt wirkt und nicht zufällig.
Ein zentraler Baumstamm in einem Kubus-Aquarium sollte möglichst nicht einfach nur wie ein Pfahl in der Mitte des Beckens stehen. Er darf gerne eine bestimmte Ausrichtung, Höhenunterschiede, Öffnungen und eine unregelmäßige Form aufweisen. So wird er zum Blickfang, ohne dabei starr zu wirken.
Mehr über die Grundprinzipien erfährst du in dem Artikel Die goldene Regel des Aquascaping.
Übliche Maße für würfelförmige Aquarien
Kubus-Aquarien gibt es in vielen Größen, doch einige Maße tauchen besonders häufig auf. Das unten angegebene Volumen ist das ungefähre Bruttovolumen vor dem Einfüllen von Sand, Wurzeln, Steinen und Technik.
- 20 x 20 x 20 cm: ca. 8 Liter
- 25 × 25 × 25 cm: ca. 16 Liter
- 30 x 30 x 30 cm: ca. 27 Liter
- 35 x 35 x 35 cm: ca. 43 Liter
- 40 x 40 x 40 cm: ca. 64 Liter
- 45 x 45 x 45 cm: ca. 91 Liter
- 50 x 50 x 50 cm: ca. 125 Liter
- 60 x 60 x 60 cm: ca. 216 Liter
Das tatsächliche Wasservolumen verringert sich immer, wenn man Substrat, Wurzeln, Steine und Pflanzen hinzufügt. In kleinen Behältern kommt es auf jeden Zentimeter an.
Wählen Sie die Wurzel entsprechend der Tiefe des Würfels, nicht nur entsprechend seiner Breite
Bei einem rechteckigen Aquarium denkt man oft zuerst an die Breite der Vorderseite. Bei einem kubischen Aquarium muss man dreidimensionaler denken.
Eine Wurzel kann von der Breite her passen, aber dennoch zu tief wirken. Sie kann auch genau die richtige Länge haben, aber zu hoch sein. Da der Würfel von vorne nach hinten mehr Tiefe hat, möchte man oft eine Wurzel, die in der Mitte platziert und um die herum aufgebaut werden kann, anstatt einer Wurzel, die nur entlang der Rückwand liegt.
Als einfache Richtung:
- In einem 30-cm-Würfel eignen sich oft kleine Wurzeln oder ein kompakter, flacher Wurzelballen am besten
- In einem 40-cm-Kubus kann eine ausgeprägtere zentrale Wurzel richtig gut funktionieren
- In einem 45–50 cm großen Kub gibt es oft Platz für eine Wurzel mit mehr Höhe oder Verzweigungen
- In einem 60-cm-Kubus kann man eine aufwendigere zentrale Insel, eine Waldkulisse oder eine Wurzelgruppe gestalten.
Das sind nur Ausgangspunkte. Die Form ist wichtiger als die Zahl.
Eine Tuskwood-Wurzel, die niedrig, gebogen oder verzweigt ist, kann perfekt in einen Kubus passen, auch wenn dieser nicht besonders groß ist. Eine andere Wurzel derselben Länge kann zu klobig wirken, wenn sie einen zu großen Teil der Vorderseite verdeckt oder das Bepflanzen um sie herum erschwert.
Baue eine Insel, keine Mauer
Der häufigste Fehler bei Kubusaquarien ist, dass man eine Wand entlang der Rückwand errichtet.
Das funktioniert zwar manchmal, aber dabei geht viel von dem verloren, was den Kubus so besonders macht. Die Stärke des Kubus liegt in seiner Tiefe. Man kann in die Beete hineinsehen, um die Wurzeln herum und zwischen den Pflanzen hindurch.
Eine zentrale Insel funktioniert oft besser:
- eine Wurzel oder eine Wurzelgruppe in der Mitte
- Stein oder Substrat, das eine Erhebung um die Wurzel herum bildet
- niedrigere Pflanzen vorne und an den Rändern
- höhere Pflanzen näher an der Mitte oder im hinteren Teil der Insel
- Freiraum um das Bauwerk herum
Dadurch wirkt das Aquarium eher wie eine kleine Landschaft als wie ein Hintergrund mit einer Dekoration davor.
Halten Sie rund um den Scape etwas Freiraum frei
In einem Würfel ist der leere Raum besonders wichtig.
Wenn der gesamte Boden mit Material gefüllt wird, geht das Raumgefühl verloren. Dann wirkt das Aquarium schnell beengt, besonders bei kleinen Größen.
Versuchen Sie, rund um das zentrale Scapena-Gebiet eine freie Fläche zu lassen. Das kann Sand, eine niedrige Pflanzenmatte, offener Boden oder einfach nur ein ruhigerer Bereich sein, in dem sich Fische und Garnelen bewegen können.
Durch die freie Fläche wirkt die Wurzel bewusster platziert. Außerdem lässt sich das Aquarium dadurch besser überblicken.
Höhe ist wertvoll, sollte aber mit Bedacht eingesetzt werden
Ein Würfelaquarium ist oft höher, als man zunächst denkt.
Das kann ein großer Vorteil sein. Eine Wurzel, die sich nach oben reckt, oder Pflanzen, die sich in der Mitte in die Höhe strecken, können einen sehr starken Eindruck hinterlassen.
Allerdings kann Höhe den Landschaftsbau auch schwerfällig wirken lassen, wenn sich alles zu einem kompakten Klumpen verdichtet. Versuchen Sie, Öffnungen zu schaffen. Lassen Sie Äste, Pflanzen und Steine unterschiedliche Ebenen bilden. Eine Wurzel, die leicht geneigt ist oder eine klare Richtung aufweist, wirkt oft natürlicher als eine Wurzel, die einfach nur senkrecht nach oben ragt.
Tuskwood eignet sich hier gut, da die Wurzeln in vielen verschiedenen Formen vorkommen: niedrig, hoch, kräftig, schmal, einfach und stark verzweigt. In einem Kubus-Aquarium ist diese Vielfalt besonders wertvoll, da die richtige Form den Aufbau der gesamten Landschaft vereinfachen kann.
Kleinere Würfel erfordern einfachere Ausdrücke
In einem Würfel von 20 oder 30 cm gibt es nicht viel Platz, den man verschwenden kann.
Dort ist es oft besser, eine klare Idee zu haben als viele Details. Ein kleiner zentraler Baumstamm, ein paar Steine und ein einfacher Bepflanzungsplan können schon viel bewirken.
Versuchen Sie, nicht zu viele verschiedene Wurzelformen, Gesteinsarten und Pflanzen in einem sehr kleinen Becken zu kombinieren. Das wirkt schnell unübersichtlich. Eine kleine, aber markante Scape wirkt oft eindrucksvoller als eine kleine Scape, die zu viel will.
Bei kleinen Würfeln ist WYSIWYG besonders wichtig. Schon ein paar Zentimeter Abweichung können das gesamte Layout verändern.
Für kleine Würfel und Nano-Aquarien gibt es ebenfalls einen Leitfaden Aquarienwurzeln für kleine Aquarien, mit Schwerpunkt auf Form, Pflanzen und dem Einfluss der Wurzeln auf die Atmosphäre in einem kleinen Gefäß.
Größere Würfel können mehr Dramatik vermitteln
In einem 45-, 50- oder 60-cm-Kubus ist mehr Platz, um eine richtige zentrale Umgebung zu gestalten.
Dort kann eine kräftigere Tuskwood-Wurzel als Basis dienen. Man kann kleinere Wurzeln als Stütze hinzufügen, mit Steinen Höhe schaffen und verschiedene Ebenen für Pflanzen anlegen.
Ein größerer Kübel kann auch eine ausdrucksstärkere Wurzel aufnehmen, ohne dass alles beengt wirkt. Doch auch hier ist Freiraum wichtig. Oft ist es gerade der Kontrast zwischen der zentralen Pflanze und dem umgebenden Raum, der das Gefäß schön macht.
Kurz gesagt
Bei der Gestaltung eines würfelförmigen Aquariums geht es darum, die Form des Würfels zu nutzen, anstatt sich dagegen zu wehren.
In einem langen Aquarium kommen die Drittelregel und seitlich versetzte Landschaften oft gut zur Geltung. In einem kubischen Aquarium ist eine zentrale Insel oder eine zentrale Wurzel oft die beste Wahl.
Wähle eine Form, die in drei Dimensionen wirkt: Breite, Tiefe und Höhe. Baue sie wie eine Insel um sie herum auf. Lass rund um die Form freie Fläche. Nutze die Höhe, schaffe aber Öffnungen und eine Richtung.
Mit der richtigen Wurzel kann ein Kubus-Aquarium eine sehr starke Wirkung entfalten, auch wenn es klein ist. Es ist nicht einfach nur ein Aquarium mit einer Wurzel in der Mitte. Es wird zu einer kleinen Landschaft, in die man hineinschauen kann.
